... es sagt doch keiner, dass du dir ein Konzert nach dem anderen auf DVD reinziehen sollst. Das hier ist kein Konzert, es geht nicht direkt um Musikgenuss in hörbarer Form - es ist in erster Linie eine Dokumentation ...
Mr. Jimmy hat Folgendes geschrieben:
... woher soll man das wissen wenn man sich keine Interviews und Dokumentationen ansieht oder Autobiographien der Musiker liest?
Das leuchtet mit natürlich ein, auch ich habe nicht nur Tonträger, um meiner Leidenschaft zu frönen. Ich habe auch einiges an Musikdokumentationen auf Videoband, nur fristen die Sachen ein zumeist trostloses Dasein in den Schränken und wenn ich sie mal hervorkrame, habe ich kaum das Durchhaltevermögen, sie mir vollständig anzusehen. Irgendwie habe ich wohl nicht das richtige Gen dafür.
Bei Büchern sieht das allerdings ganz anders, da kann ich stundenlang ...
Mr. Jimmy hat Folgendes geschrieben:
Burkhardt hat Folgendes geschrieben:
... und wenn man jenseits der Fünfzig ist, will man ja vielleicht gar keine DVDs.
Wenn man so argumentiert dürfte man eigentlich auch keine CDs hören, nur MCs und Vinyl
Da hast du auch wieder Recht und da brownsugar bereits schrieb:
Zitat:
Ich kenn auch 'nen Kerl jenseits der 50 - der guckt Musik-DVD's
... und ich ebenfalls solche Leute kenne, besteht also auch bei mir noch Hoffnung für "Exile On Mainstreet" der anderen Art.
So, nun habe ich die DVD gesehen und bin absolut begeistert; es ist die beste Doku, die ich über die Stones gesehen habe, weil praktisch alles, was geschildert wird, von "Insidern" stammt . Toll auch die ergänzenden Interviews aus heutiger Sicht
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Verfasst am: 20.06.2010, 19:30 Titel:
Hab mir vorgestern die DVD zum 3. Mal angesehen, nicht, das ich sie beim 1. Mal nicht kapiert hätte, aber es ist die D O K U schlechthin.
Zugegeben, die deut.untertitel sind oft recht schnell, da muß man flott lesen und auch so schauen können.Auch die Interviews zu Ende der Scheibe sind sehenswert.
D.H., ich bin grad so schön am Gucken, da ruft mein aufmerksamer Kollege von der Nachtschicht an und gibt mir noch den Tipp des Abends, im Lokal-TV läuft eben ein Interview mit G. Mankowitz.
Also hab ich die DVD unterbrochen und dem alten Haus-u. Hoffotograf etwas gelauscht.Zwischen dem Beitrag liefen einige alte Stonesclips.
Keine Ahnung, ob auf You Tube der Beitrag zu sehen ist. _________________ Lieber locker vom Hocker,
als hektisch übern Ecktisch.
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Verfasst am: 30.06.2010, 10:16 Titel:
sueddeutsche.de
Schätze eines Sommers
28.06.2010 03:15
Lässiges Nachwort zur 'Exile on Main Street'-Nostalgie: Stephen Kijacks 'Stones in Exile'
Für den Fall, dass man vergessen hat, wie gut die Rolling Stones einmal waren, reicht schon der Anfang der Dokumentation 'Stones in Exile'. Da hört man die Nummer 'Hip Shake', und genau das will man sofort tun, die Hüften schütteln und im Grunde den ganzen Körper. Der Film zeigt dann das Jahr 1971, in dem die Stones aus England ins Exil gingen, der Steuern wegen. Sie hatten nie welche bezahlt - einfach vergessen, wie hier in charmanter Unschuld versichert wird - und die Rückzahlungsforderungen waren zu hoch, als dass sie fristgerecht beglichen werden konnten. Also zog die Band im April "71 mit Kind und Kegel nach Frankreich.
Keith Richards mietete sich an der Cäte d"Azur bei Villefranche-sur-Mer eine der größeren Villen, mit Säulen, Treppen, Flügeltüren, mit einer Terrasse für den Blick hinaus ins Blau. Dort wurde der Sommer verbracht, und gleichzeitig entstand im Keller des Hauses jene wegweisende Schallplatte, die restauriert und mit vielen Begleitmaterialien 2010 wieder erschienen ist (SZ vom 12.6.)
Stephen Kijaks 'Stones in Exile' gehört dazu, aber es wäre doch ganz falsch, den Film nur als eine Art DVD-Beigabe zu verstehen - das Filmfest zeigt ihn verdienstvollerweise gleich dreimal auf der großen Leinwand. Die 'mehr als dreißig unveröffentlichten Filmrollen' aus jenem Sommer, von denen in der Ankündigung schon die Rede ist, enthalten echte Schätze.
Stephen Kijak hat das Material klug montiert, und er hat es mit ein paar Bildern aus der Gegenwart gekoppelt. Mick Jagger, Charlie Watts, Anita Pallenberg grinsen kurz in die Kamera, vor allem aber erzählen sie und noch viele andere, die damals dabei waren, von jenem längst ins Mythische entglittene Exil. Legendenbildung ist hier aber nicht der Plan, eher wird noch im Rückblick gemeckert. Die Stones waren überzeugt, sie könnten nie mehr zurück, und sie waren ziemlich unglücklich darüber. Sie mussten englische Lebensmittel importieren, und einen Übersetzer brauchten sie auch. Aber gerade diese Selbstironie macht den Charme des Filmes aus. Niemand verfällt hier in Alters-Sentimentalität, und nur deshalb kann der goldene Schimmer entstehen, der die Bilder umgibt. Denn sie zeigen eine Zeit, in der ein Traum trotz allem funktionierte. Zusammen leben und zusammen arbeiten ließ sich verbinden, die Entstehung der Musik und die Leidenschaft der Musiker werden sichtbar. Ja, Drogen und ja, Dekadenz, das weiß man alles. Aber es sieht trotzdem aus wie das reine Glück. DORIS KUHN
Mo, 17 Uhr, Cinemaxx; Di, 22.30 Uhr, Carl Orff-Saal; Sa 17 Uhr Cinemaxx
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Verfasst am: 30.06.2010, 11:59 Titel:
ich habe nun noch erfahren wie dieses Kinoabenteuer abgelaufen ist. Der Film (also die DVD-Version) lief auf Kinoformat ohne Untertitel. der Sound war deshalb ok, die Bilder aber problematisch und das Verständnis war bei den meisten Besuchern nicht groß.
Wirklich klasse und auch fast schon anrührend finde ich die kurze Doku "Return to..." mit Mick und Charlie und die Extended Interviews. Ich glaube, ich habe bis zu dieser Doku kein einziges Interview mit Keith gesehen, in dem er tatsächlich nicht betrunken oder bedröhnt war. Endlich versteht man ihn auch mal ohne Untertitel, er redet keinen Blödsinn und ist – selbst ohne die sonst übliche ganze Maskerade mit Hut, Tüchern und Gedöns – ein absolut cooler Hund. Bislang dachte ich immer, wenn der mal auf Orangensaft umsteigt, fällt er augenblicklich in sich zusammen, wie Pinocchio, dem man die Fäden gekappt hat. Anstatt dessen bekommt Keith eine altersgemäße Würde und Milde – und ist trotzdem noch immer der zerfurchte, böse Pirat. Wunderbar.
Man sieht in den ganzen heutigen Einstellungen, wie alt unsere Jungs geworden sind. Auch im Abstand zur letzten Tour. Aber das macht diese Dokumentation auch aus, denn hier geht's für meine Begriffe nicht so sehr darum, das Rock'n'Roll-Tier heraushängen zu lassen, sondern Geschichten aus der Vergangenheit zu erzählen. Zu sehen, wie lässig und gleichzeitig bewusst und stolz über das Erreichte die Stones das hier erledigen, ist für mich das eigentlich Bemerkenswerte an der Doku.
Wer's (aufgrund nicht vorhandener Gerätschaften oder der WM) noch nicht gesehen hat: nachholen. Unbedingt. _________________ It's time to open the cage and let the tigers out.
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